Gib eine Quote in beliebigem Format ein — Dezimal, American oder Fractional — und sieh sofort die anderen beiden plus die implizite Siegwahrscheinlichkeit. Der Ausgangspunkt jeder Value-Suche: verstehen, was ein Preis wirklich bedeutet, bevor du ihn mit deiner eigenen Schätzung vergleichst.
Erkannt: Dezimalquote
Jeder Buchmacherpreis ist im Kern nur eine von drei verschiedenen Schreibweisen derselben Zahl. Dezimalquoten (2,50, üblich in Europa und bei Exchanges) zeigen die Gesamtauszahlung pro Einsatzeinheit, inklusive Einsatz zurück. American Odds (+150 oder −200, bei US-Buchmachern üblich) zeigen entweder den Gewinn bei 100$ Einsatz (positiv) oder den nötigen Einsatz für 100$ Gewinn (negativ). Fractional Odds (3/2, traditionell in Großbritannien) zeigen den Gewinn relativ zum Einsatz als Bruch. Alle drei beschreiben exakt denselben Preis — nur anders formatiert.
Was für Wettentscheidungen wirklich zählt, ist nicht das Format, sondern die implizierte Wahrscheinlichkeit dahinter: 1 geteilt durch die Dezimalquote. Quote 2,50 impliziert eine 40%-Chance; −200 (Dezimal 1,50) impliziert 66,7%. Rechnest du jeden Preis in implizierte Wahrscheinlichkeit um, kannst du ihn direkt mit deiner eigenen Schätzung — oder dem Preis eines schärferen Buchmachers — auf einer gemeinsamen Skala vergleichen, unabhängig vom jeweiligen Quotenformat.
Eines zeigt dir die implizierte Wahrscheinlichkeit aus dem Preis EINES Buchmachers nicht: seine eingebaute Marge (den Vig). Summierst du die implizierten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes, liegt die Summe immer über 100% — der Überschuss ist der Hausvorteil, der in genau diesem Preis steckt. Ihn herauszurechnen ("Devigging") ist der nächste Schritt nach der Umrechnung — deshalb kann der reine Vergleich impliziter Wahrscheinlichkeiten zwischen Büchern ohne Margenbereinigung in die Irre führen.
Ein schneller Überblick über die Preise, die dir am häufigsten begegnen — Dezimal, American, Fractional und die implizierte Wahrscheinlichkeit dahinter.
| Dezimal | American | Fractional | Impliz. Wahrsch. |
|---|---|---|---|
| 1.20 | -500 | 1/5 | 83.3% |
| 1.50 | -200 | 1/2 | 66.7% |
| 1.91 | -110 | 10/11 | 52.4% |
| 2.00 | +100 | 1/1 | 50.0% |
| 2.50 | +150 | 3/2 | 40.0% |
| 3.00 | +200 | 2/1 | 33.3% |
| 3.50 | +250 | 5/2 | 28.6% |
| 4.00 | +300 | 3/1 | 25.0% |
| 5.00 | +400 | 4/1 | 20.0% |
| 7.00 | +600 | 6/1 | 14.3% |
| 10.00 | +900 | 9/1 | 10.0% |
| 15.00 | +1400 | 14/1 | 6.7% |
Bei positiven American Odds gilt: Dezimal = 1 + (american / 100) — aus +150 wird also 1 + 1,50 = 2,50. Bei negativen American Odds gilt: Dezimal = 1 + (100 / |american|) — aus −200 wird 1 + 0,50 = 1,50. Der Quoten-Rechner oben macht das für jede Eingabe sofort.
Implizierte Wahrscheinlichkeit ist die Gewinnchance, der ein Wettpreis entspricht: 1 geteilt durch die Dezimalquote, als Prozent ausgedrückt. Quote 2,50 impliziert eine 40%-Gewinnchance. Das ist die Zahl, die du tatsächlich mit deiner eigenen Wahrscheinlichkeitsschätzung (oder dem Preis eines schärferen Buchmachers) vergleichst, um Value zu finden — nicht das rohe Quotenformat.
Weil jeder Preis die Marge des Buchmachers enthält — bekannt als Vig oder Overround. Summierst du die implizierte Wahrscheinlichkeit aller Ausgänge eines Marktes — Heim/Unentschieden/Auswärts oder Over/Under —, liegt die Summe immer über 100%; der Überschuss ist der eingebaute Hausvorteil. Ihn herauszurechnen („Devigging") legt die wahre Wahrscheinlichkeitsschätzung des Marktes frei.